Zeitfenster 2014: On the Border

Grenzgänge zwischen Alter Musik, Elektronik, Folk und Jazz

Do 03.04.2014 19:00

Karten 22 € | ermäßigt 14 €

Lamento © Marion Freude


Barockvioline, Fagott und Live-Elektronik    Musica Sequenza: Daniela Gubatz und Burak Özdemir
Bassklarinette    Claudio Puntin
Barockvioline    Catherine Aglibut
Violone    Annette Rheinfurth
Bandoneon    Christian Gerber
Fiddle    Lisa Rydberg
Sopran und Konzeption    Sabina Meyer
Elektronik und Video    Letizia Renzini
Theorbe    Andreas Arend

Musikalische Dialoge über Zeit- und Genregrenzen hinweg: Künstler wie Jazzklarinettist Claudio Puntin, Fagottist Burak Özdemir, die schwedische Fiddlerin Lisa Rydberg oder die Sopranistin Sabina Meyer eröffnen bei „On the Border“ im Rahmen der Zeitfenster Biennale in unterschiedlichen Settings ein breites Spektrum an Crossprojekten zwischen Jazz, Elektronik und Folk und stellen verschiedene Aspekte eines inspirierten und kreativen Umgangs mit Alter Musik vor. Von berührenden Lamento-Arrangements und elektronischen Sampleklängen über Bachinterpretationen, die von schwedischer Volksmusik beeinflusst sind, bis hin zu Klanggemälden, die Kompositionen Monteverdis, Strozzis und Scelsis mit Fieldrecording-Sounds verbinden - ein Programm, das in dieser Verdichtung ungewöhnlich und selten zu hören ist. Die Zuhörer suchen sich an diesem Abend ihren eigenen Weg durch die Welt Alter Musik und neuer Klänge und stellen sich das Programm individuell zusammen.


Der junge türkische Fagottist und Komponist Burak Özdemir und die Violinistin Daniela Gubatz wagen einen neugierigen und provokativen Dialog der Musikgenres. Mit „Transmute“ präsentieren sie eine archaisch anmutende, spannungsreiche und kantige Komposition für Fagott, Violine und Elektronik, die geprägt ist von einer stark betonten Rhythmik und der Übereinanderschichtung sich wiederholender musikalischer Elemente aus verschiedenen Epochen. Burak Özdemir, der als Solist u.a. mit dem Juilliard Symphony Orchestra, dem Istanbul Philharmonic Orchestra oder dem Berliner Kammerorchester auftrat, ist Gründer des mittlerweile weltweit konzertierenden Barockensembles Musica Sequenza. Die mehrfach preisgekrönte Berlinerin Daniela Gubatz arbeitete u.a. mit der Kammeroper Rheinsberg, dem RIAS Jugendorchester Berlin, dem Deutschen Kammerorchester Berlin sowie dem Kammerorchester der Komischen Oper Berlin.

Baroque-Reflections: Das Ensemble um den Schweizer Jazzmusiker und Komponisten Claudio Puntin verbindet in seinem „Lamento Project“ Werke des 17. Jahrhunderts von J. Christoph Bach und Dietrich Buxtehude mit eigenen Kompositionen und Improvisationen zu einer neuen, kontemplativen Klangdimension. Der mehrfach preisgekrönte Puntin gilt als lyrisch-virtuoser Improvisator auf allen Instrumenten der Klarinettenfamilie, tourte weltweit und musizierte mit zahlreichen namhaften Künstlern und Ensembles zusammen. Er spielt gemeinsam mit der Barockviolinistin Catherine Aglibut, die sowohl in der Alten Musik wie auch der Improvisation beheimatet ist, mit einem der bekanntesten und vielseitigsten Bandoneónisten der jüngeren Generation in Europa, Christian Gerber, und der Violonistin Annette Rheinfurth, die u.a. mit dem Berliner Sinfonieorchester, Rundfunkorchester Berlin und der Staatskapelle Berlin zusammengearbeitet hat.

Im Spiel der schwedischen Barockgeigerin und Fiddlerin Lisa Rydberg begegnen sich Intensität und Melancholie - neben Bach-Werken lassen traditionelle schwedische Melodien und eigene Kompositionen die Genregrenzen verschwimmen. Rydberg hat sich gleichermaßen der Klassik und Folk Musik verschrieben, ist Mitglied verschiedener Ensembles und komponiert eigene Stücke. 1999 war sie als jüngste Geigerin als „Riksspelman“ („Reichsspielmann“) nominiert, die höchste Auszeichnung für Folkmusiker in Schweden und erhielt den Pekkos Gustaf’s Preis und die Spel-Stina’s Medaille.

Barocke Kompositionen Monteverdis, Scelsis, Strozzis u.a. vernetzen sich mit Neuer Musik und digitalen Welten: Ausgangspunkt für „Ninfa in Lamento“ ist die sinnliche Welt des Musiktheaters der Barockzeit. Dabei stellt das Konzert für Sopran, Elektronik, Theorbe und Video zugleich eine Distanz zu dessen manipulativen, suggestiven Qualitäten durch eine multimediale Transfiguration her. „Ninfa in Lamento“ wird interpretiert von der Sopranistin Sabina Meyer, die in ihrer Arbeit die Grenzen zwischen Neuer Musik, Alter Musik und freier Improvisation verschwimmen lässt und deren Fokus ihres zeitgenössischen Repertoires auf Komponisten wie Cage, Berio und Scelsi liegt. Andreas Arend an der Theorbe, der u.a. den Bratschisten Nils Mönkemeyer begleitet, und die international gefragte Performancekünstlerin, Musikerin, Regisseurin und DJ Letizia Renzini, ergänzen die Besetzung. Renzinis Arbeit ist inspiriert von Jazzmusik und Avantgarde und lotet die Grenzen zwischen verschiedenen Disziplinen aus, zwischen analogen und digitalen Sprachen, zwischen Klang, Bild, Körper und Text.


Zeitfenster - VII. Biennale Alter Musik | Konzerthaus Berlin
Die Veranstaltung findet im Rahmen von „Zeitfenster - VII. Biennale Alter Musik“ statt. Bereits zum siebten Mal führt das Festival in die Welt der Alten Musik und sucht dabei nach Bezügen zur Gegenwart. In diesem Jahr nimmt das Festival den 300. Geburtstag Carl Philipp Emanuel Bachs zum Anlass, um die Musikgeschichte nach dem Wesen der Avantgarde zu befragen. Eröffnet wird es von der Lautten Compagney Berlin und dem Ensemble Amarcord mit der "Marienvesper" von Monteverdi. Zu Gast sind überdies Jordi Savall, Pionier der Alten Musik und einer der besten Gambisten der Welt, Martin Haselböck, Kristian Bezuidenhout und Midori Seiler.

Eine Veranstaltung im Rahmen von zeitfenster - VII. Biennale Alter Musik. In Zusammenarbeit mit dem Konzerthaus Berlin und Uhde & Harckensee MusikManagement. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.




Lisa Rydberg © Per Rydberg

Burak Özdemir © Bubu Productions

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