Die T-House-Tour

NOVOFLOT

Fr 30.01.2015 20:00
Sa 31.01.2015 20:00
So 01.02.2015 20:00

Karten 18 € | ermäßigt 14 €

© Thomas Aurin


von und mit    NOVOFLOT und Graft-Architekten
Posaune    Nils Wogram und Conny Bauer
Sheng    Wu Wei
Schlagzeug    Eric Schaefer
ensemble mosaik
Regie    Sven Holm
Musikalische Leitung    Vicente Larrañaga
Dramaturgie    Malte Ubenauf
Bühne    Graft-Architekten und Nino Tugushi
Kostüme    Sara Kittelmann
Video    Karolina Serafin
Komposition    Michael Wertmüller
Texte    Jürg Laederach
Licht    Jörg Bittner
Produktionsleitung    Dörte Wolter

"Das Novoflot-Projekt ist so auf Angreifbarkeit hin ausgelegt, daß es keiner außergewöhnlichen intellektuellen Anstrengung bedürfte, um es kaputtzuargumentieren. Und natürlich ließen sich auch für diese Darbietung begriffliche Schubladen finden. Aber beides käme einem vor wie eine Immunisierung gegen die wundersame Suggestivität, die schon der erste Abend im Radialsystem entfaltete."
Julia Spinola, DIE ZEIT, zum Auftakt der T-House-Tour

Die T-House-Tour von NOVOFLOT, ihrer Band um den Posaunisten Nils Wogram und den Architekten von Graft ist ein Pilotversuch zu möglichen Formen und Strukturen eines Musiktheaters in Bewegung. Die T-House-Tour ist keine Inszenierung im eigentlichen Sinne, sondern eine auf Improvisation basierendes work in progress zu musiktheatralen Präsentationsformen, die nicht auf die organisatorischen und räumlichen Bedingungen einer einzelnen Institution reagieren, sondern sich, je nachdem, wo sie in Erscheinung treten, verwandeln. Nach dem Start im RADIALSYSTEM V im September 2014 besuchte das T-House-Team mit Künstlern verschiedener Sparten, mit variablem Ansatz und offenem Ausgang unterschiedliche Orte der Stadt - jedes "T-House" bildete eine dramaturgische Keimzelle, die Umgebung, Interaktion und Improvisation in sich aufnahm und zum Nährboden für die nächste Veranstaltung wurde.

Nach vier Monaten an verschiedenen Spielorten im öffentlichen Raum Berlins kehrt das T-House zurück ins RADIALSYSTEM V, um Bilanz zu ziehen. An drei Abenden ermöglicht NOVOFLOT den Besuchern einen Blick auf den Stand der Dinge, empfängt alte Bekannte und ganz neue Gesichter in seinen mobilen Räumlichkeiten: Welche Formen hat die T-House-Architektur auf ihrer bisherigen Reise angenommen? Welche Künstler besuchten es in den vergangenen über 48 Stunden Live-Performance auf Plätzen, Brachflächen, Parkanlangen und kurzfristig stillgelegten Akademieräumen? Welche Entwicklungen nahm das improvisierte Operngeschehen unter Einfluss der von Gastgebern und Gästen? Auf den Außenflächen des RADIALSYSTEM V sowie im Saal und in der Halle lädt NOVOFLOT dazu ein, gemeinsam mit Jazzlegenden wie Conny Bauer, Nils Wogram und Wu Wei sowie den Musikern des ensemble mosaik und Uraufführungen von Michael Wertmüller das Projekt in neue, bisher unerprobte Richtungen weiterzuentwickeln.

Seit der Gründung 2002 machte die freie Berliner Opernkompanie NOVOFLOT zunächst mit den Inszenierungen von Ernst Kreneks "Glockenturm" und Tommaso Traettas "Antigone" in den Sophiensaelen auf sich aufmerksam. Mit der Opernsaga "Kommander Kobayashi" entwickelte sie ein Format, in dem neue Produktionswege und Konzepte für die zeitgenössische Oper gesucht und getestet wurden: Verschiedene internationale Komponisten schrieben insgesamt zehn Opern, die in drei Staffeln zwischen 2005 und 2007 an verschiedenen Spielorten uraufgeführt wurden. Zwischen 2008 und 2011 arbeitete NOVOFLOT unter dem Titel "Was wir fühlen" an einer Reihe zu den Affekten in der Oper. Im RADIALSYSTEM V entstand im Dezember 2009 eine szenische Aufführung von Bachs "Weihnachtsoratorium", die Albrecht Thiemann in der Opernwelt als Uraufführung des Jahres nominierte. Im Dezember 2011 folgte ebenfalls im RADIALSYSTEM V die Operette "Pariser Leben", 2013 wurde im Haus der Berliner Festspiele "Das Schloss" nach Franz Kafka und zuletzt in Koproduktion mit dem Hamburger Bahnhof, der Akademie der Künste, der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und RADIALSYSTEM V die futuristische Oper "Der Sieg über die Sonne" uraufgeführt. Im Mai wurde NOVOFLOT von der Jury des Fonds Darstellende Künste mit dem George Tabori Preis 2014 ausgezeichnet.

In Koproduktion mit RADIALSYSTEM V, Akademie der Künste und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Gefördert durch die Kulturverwaltung des Landes Berlin, aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, durch die Schering Stiftung und die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.




© Thomas Aurin

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