Boulangerie

Boulanger Trio mit Werken von Beat Furrer

Fr 16.02.2018 19:00

Karten 20 € | ermäßigt 14 €
Angegebene Preise im Ticketbüro des RADIALSYSTEM V, online zzgl. Gebühren.

Boulanger Trio © Felix Broede


Beat Furrer kann leider nicht persönlich anwesend sein. Das Gespräch wird vorab aufgezeichnet und am Veranstaltungsabend eingespielt.

mit    Boulanger Trio
Klavier    Karla Haltenwanger
Violine    Birgit Erz
Violoncello    Ilona Kindt
Komposition    Beat Furrer

"Das Boulanger Trio besitzt alle Trümpfe, um das Erbe des legendären Beaux Arts Trio anzutreten." (Luxemburger Tageblatt)

Anders weiter! Reproduktion und Stillstand - eine erschreckende Vorstellung für den Komponisten Beat Furrer. Seinem Werk widmet sich das renommierte Boulanger Trio in der ersten Boulangerie des Jahres 2018. Ständig auf der Suche nach dem Neuen kreiert der Komponist, der seit 1975 in Wien zuhause ist, unaufhörlich neue Klangformen, Strukturen, Systeme. Immer behält er sich die Freiheit, sich wieder von seinen selbst entworfenen Konzepten zu lösen. Die Entwicklung von Furrers Schaffenskraft wird an diesem Abend hörbar, wenn die Ensemblemitglieder einzeln (Studie für Klavier, 2011), als Duo (Lied für Violine und Klavier, 1993) und als Trio (Retour an Dich für Violine, Violoncello und Klavier, 1986) seine Werke aus drei verschiedenen Jahrzehnten interpretieren. Diese oft fragmentarischen, asketischen Klänge setzt das Boulanger Trio in Bezug zu einer romantischen Komposition von Franz Schubert: dem Klaviertrio Es-Dur (D 929) - einem seiner letzten Werke. Eine Reise, nicht nur durch die Jahrhunderte, sondern auch durch klangliche Ereignisse.

Mit der "Boulangerie" hat das Boulanger Trio seit 2012 eine eigene erfolgreiche Konzertreihe in Hamburg und Berlin etabliert, die Konzert und Salon miteinander verbindet und eine Brücke zwischen zeitgenössischer Musik und Werken des klassisch-romantischen Repertoires schlägt. Jede Veranstaltung ist einem Komponisten der Gegenwart gewidmet, der während des Konzerts anwesend ist und mit den drei Musikerinnen über sein Schaffen spricht - im Zentrum steht nicht die musikwissenschaftliche Analyse der Werke, sondern ein persönliches Gespräch über die Musik. Zum Ausklang des Abends wird der Dialog zwischen Künstlern und Publikum bei Baguette und Wein fortgesetzt.


Das Boulanger Trio gründete sich Anfang 2006 in Hamburg. Klassische und romantische Musik sind dem Ensemble ebenso wichtig wie die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kammermusik. "Unwiderstehlich" bezeichnete "Die Welt" eine Aufführung des Boulanger Trios, und Wolfgang Rihm schrieb in einem Brief: "So interpretiert zu werden, ist wohl für jeden Komponisten ein Wunschtraum." Regelmäßige Auftritte führten die drei Musikerinnen in das Konzerthaus Berlin, die Cité de la musique Paris, die Wigmore Hall London, die Berliner Philharmonie und zu renommierten Festivals wie dem Heidelberger Frühling, den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker und dem Schleswig-Holstein Musik Festival. Wichtige Lehrer und Mentoren des Ensembles waren u.a. Hatto Beyerle, Ferenc Rados und Alfred Brendel. Auf bisher sieben CDs hat das Boulanger Trio die Bandbreite seines Repertoires dokumentiert. Das 2012 erschienene Brahms-Schönberg-Liszt-Album wurde mit dem Excellentia Award des Pizzicato-Magazins in Luxembourg ausgezeichnet, zwei weitere CDs erhielten den Supersonic Award. Die jüngste Einspielung mit Kammermusik von Friedrich Cerha sowie die CD "Solitaires" mit Triostücken von Franz Schubert, Edvard Grieg, Lili Boulanger, Arvo Pärt u.a. wurden Anfang 2016 veröffentlicht.

Beat Furrer lebt seit 1975 in Wien. Der gebürtige Schweizer studierte Komposition und schlug eine erfolgreiche Dirigentenlaufbahn mit dem Schwerpunkt zeitgenössische Musik ein. 1985 gründete Furrer das Ensemble Klangforum Wien, dem er als künstlerischer Leiter und Dirigent jahrelang vorstand. Seit den frühen 1980er Jahren komponiert er Opern, Orchesterwerke, Kammermusik sowie Werke für Klavier und Violoncello solo. Furrers Musik deutet an, statt sich an klare Aussagen heranzuwagen. Man könnte seine Kompositionen als Konzeptmusik beschreiben. Ständig auf der Suche nach neuen und flexiblen Systemen, lässt sich der Komponist immer wieder von den Bildenden Künsten inspirieren.

Gefördert durch Alban Berg Stiftung, Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung und Rudolf Augstein Stiftung.




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